Spanien...
für die meisten verbunden mit dem Gedanken
an Urlaub, Strand, Sonne, Palmen, Paella, Sangria und Stierkampf.
Die iberische Halbinsel ist aber nicht nur
ein beliebtes Reiseziel für Urlauber aus der ganzen Welt, sondern auch
ein Land voller Besonderheiten: Völkerwanderungen, Glaubenskriege,
Folklore, Feste, ein Land der Gegensätze.
Spanien mit wenigen Worten
zu beschreiben ist wirklich nicht einfach.
Während man sich in dem hügeligen
Galizien mit seinen grünen Wiesen in die Schweiz versetzt fühlt, gibt es
im Süden echte Wüstenlandschaften. Wo man in Valencia von Reisfeldern
und Gemüsebeeten oder im Inland von Weizenfeldern umgeben ist, sind in
Andalusien so weit das Auge reicht riesige Olivenhaine. Nicht zu vergessen
natürlich die weit sichtbaren schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada,
die einen mitten in der brütenden Hitze erfrischen und scheinbar gar
nicht zu diesen Temperaturen passen.
Spanien besteht wirklich nicht nur aus
Strand. Es ist immerhin das zweitgebirgigste Land und Madrid die
höchstgelegenste Hauptstadt Europas.
Einige Jahrhunderte hindurch war das Land
Durchzugsgebiet für Germanenstämme.
Ab dem 8. Jahrhundert war Spanien unter
maurischer Herrschaft. Die Mauren eroberten das Land und prägten es durch
ihre Baukunst und Kultur. Neben dem Kunsthandwerk der Keramik und
komplexen Bewässerungsanlagen brachten die Mauren auch den Kompass nach
Europa, ohne den Christoph Kolumbus einige Jahrhunderte später wohl nicht
Amerika entdeckt hätte.
Seit der Wiedereroberung Spaniens
(Reconquista), die im 16. Jahrhundert ihren Abschluss fand hat Spanien
über 500 Jahre eine sehr eigene Prägung bekommen.
Abgeschlossen wurde diese Zeit durch 40
Jahre Diktatur.
Durch die Demokratie und die Eingliederung
in Europa hat sich Spanien wieder erheblich verändert. Allerdings gibt es
trotz, oder gerade wegen Fastfood, Hollywood und Mega-Discos auch einen
starken Trend zum Patriotismus. Am deutlichsten ist das erkennbar am
Baskenland mit seiner wahrscheinlich aus dem Keltischen stammenden Sprache.
Aber auch in den anderen Autonomien, wie Katalonien, Valencia und Galizien,
wird z.B. die Landessprache, das Kastillisch (Hochspanisch) immer mehr
in den Hintergrund gedrängt.
Die kürzeste und
bekannteste Zusammenfassung lautet: „Spain is different". Spanien
ist auf jeden Fall anders, als man es vordergründig sieht. Ein anderes
Sprichwort sagt:„Spanien möchte lieber der Kopf Afrikas sein, als der Fußabtreter Europas".
Wie auch immer, jeder
schaut natürlich durch seine eigene Brille und sieht immer nur einen
kleinen Teil des Ganzen.
Es bleibt für uns nach 17 Jahren auf jeden Fall immer noch genügend Neues, um zu staunen,
sich zu freuen und zu rätseln, aber auch zu merken, dass man immer
Ausländer ist in dieser wunderschönen und „anderen"
Welt.